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  Sojafleisch - die gesunde Alternative?
           

Sojabohnen sind der ideale Ausgangsstoff für Fleischersatz, wie er bei vielen Vegetariern regelmäßig auf dem Speiseplan steht. Doch wie gesund sind die fleischlosen Varianten von Schnitzel, Gulasch und Co.?

Soja ist in aller Munde. Frauen- und Gesundheitsmagazine rühmen die gesundheitlichen Vorzüge der kleinen gelben Bohne. Zu recht: Denn Sojabohnen enthalten sehr viele hochwertige Eiweiße in vergleichbarer Qualität wie Fleisch, weshalb sie gerade von Vegetariern hoch geschätzt werden. Außerdem enthält Soja hochwertiges Fett (zu 55% die lebenswichtige Linolsäure), Lecithin, die Vitamine B2 und E sowie einige Mineralstoffe. Soja ist zudem eine reichhaltige Quelle von pflanzlichen Hormonen mit östrogener Wirkung. Gerade bei Frauen in den Wechseljahren erfreut sich Soja deshalb immer größerer Beliebtheit.

Die Auswahl an Sojaprodukten ist groß. Sie reicht von der einfachen Bohne über Sojapuddings bis hin zu Fleischersatzprodukten, so genannten TVP-Produkten: Texturiertes vegetabiles Protein. Am bekanntesten ist TVP in Form von Soja-Hackfleisch. Gerade Einsteiger in eine fleischlose Ernährungsweise greifen gerne auf TVP-Produkte zurück: Sie verfügen über einen fleischähnlichen „Biss“ und verschaffen dem Esser ein saftig-knackiges Mundgefühl.

Hoher Verarbeitungsgrad
Ihr hoher Eiweißgehalt macht die Sojabohne zum idealen Ausgangsstoff für Fleischersatz. Verwendet wird meist der eiweißreiche Presskuchen, der bei der Herstellung von Sojaöl als Abfallprodukt entsteht. Aber auch ganze Sojabohnen kommen zum Einsatz. Diese werden zunächst geschrotet und dann entfettet. Denn entscheidend ist, dass die Ausgangsmasse weniger als ein Prozent Fett enthält – nur dann lässt sich ein Produkt erzeugen, das einen ähnlichen Biss hat wie Fleisch.

Zur Erzeugung der Soja-Fleischmasse wird das entfettete Sojaschrot zusammen mit Wasser in einer speziellen Maschine unter großer Hitze und hohem Druck verarbeitet. Tritt die Masse aus diesem so genannten Extruder aus, bläht sie sich aufgrund des Druckabfalls zu einer porösen Struktur auf. Lochscheiben am Ausgang geben dem Produkt die gewünschte Form als Würfel oder Granulat. Zu Hause müssen die Sojastücke lediglich in Wasser oder besser Brühe oder Sojasauce eingeweicht werden – denn geschmacklich sind die vegetabilen Fleischstückchen neutral. Jetzt noch anbraten und eine Pfeffer- oder Jägersauce dazu reichen und fertig ist ein echter Küchenklassiker.

Doch was bleibt übrig von der Sojabohne nach ihrem Lauf durch den Extruder? Zwar enthalten die Imitate aus Soja im Vergleich zu Fleisch deutlich weniger Cholesterin und Purine (das in Zusammenhang mit der Entstehung von Gicht steht). Sojafleisch enthält jedoch auch erheblich weniger Fett. Durch die starke Verarbeitung gehen zahlreiche wertvolle Fettsäuren verloren, ebenso Inhaltsstoffe wie Vitamine, und die gesunden Begleitstoffe der Bohne (sekundäre Pflanzenstoffe). Auch wer ökologisch denkt, wird Sojafleisch nur selten auf seinen Speiseplan setzen: Für die Herstellung des Fleischersatzes ist ein hoher Energieaufwand erforderlich.

TIPP: Wer die positive gesundheitliche Wirkung von Soja nutzen möchte, kann auf Produkte wie Sojabohnen oder Tofu (Sojaquark) zurückgreifen. Auch Flocken, Mehl und Keimlinge aus Soja sind empfehlenswert. Wer die fleischähnliche Konsistenz von Sojafleisch nicht missen mag, kann zum Beispiel auf Seitan zurückgreifen.

© leben hoch2, Ima Buxton, Dezember 2005

   
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