| Kinder
sollten leicht und locker statt süß und fettig essen
– das gilt gerade auch für die Zwischenmahlzeiten.
So weit die Theorie. Doch welche Pausensnacks sind gesund? Und
können diese gesunden Energielieferanten es bei den Kids
mit Schokoriegeln und Co aufnehmen? Wir geben Ihnen acht wertvolle
Tipps – und ein paar Rezepte.
Kinder brauchen
Snacks
Zwischenmahlzeiten machen für Kinder und Jugendliche durchaus
Sinn. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in
Dortmund etwa empfiehlt für Kinder je einen Snack am Vor-
und am Nachmittag. Der Grund: Die ganz Kleinen haben ebenso wie
Jugendliche einen höheren Energiebedarf als Erwachsene. Kinder
bewegen sich mehr als die Großen, außerdem befinden
sie sich noch im Wachstum und brauchen mehr „Bausteine“
als die Großen. Hinzu kommt, dass vor allem die jüngeren
Kids keine großen Mengen auf einmal essen können und
daher schneller wieder Nachschub brauchen.
Snacks zwischen dem Mittag- und Abendessen helfen also Energielöcher
zu vermeiden. Bleibt der „Brennstoff“ für den
Körper in Form von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln aus,
greift der Organismus seine Reserven an. Das heißt, es werden
gespeicherte Vitamine, Mineralstoffe und verschiedene Energielieferanten
aus den Vorratskammern des Körpers – den Organen und
den Knochen – abtransportiert.
Die Folge ist ein Chaos im Zuckerstoffwechsel: Es kommt zu Heißhungerattacken,
die wiederum den gesunden Hunger- und Sättigungsmechanismus
durcheinander bringen. Die Zufuhr von einfachen Kohlenhydraten
wie sie in Zucker oder Weißmehl zu finden sind, können
das Energieloch vertiefen, weil sie zu schnell verbrennen: Wie
Papier in einem lodernden Feuer.
Kinderschokolade & Co stehen lassen
Ein gesunder Snack verdient also nur dann seinen Namen, wenn er
über eine längere Zeit gleichmäßig Nährstoffe
und Energie liefert. Das können am besten Vollkornprodukte
in Form von Brot oder Müsli, Gemüserohkost und Obst.
Sehr fetthaltige Produkte, und das sind praktisch alle fertigen
Kindersnacks aus dem Supermarkt – die so genannten Kinderlebensmittel
– belasten das Verdauungssystem hingegen und entziehen dem
Körper eher Energie.
Kinder interessieren sich nicht dafür, ob ihr Essen gesund
ist – es muss cool sein und schmecken. Wie also bringt man
die gesunde Kost an den jungen Mann und die junge Frau?
Tipp 1: Alles so schön bunt hier
Werbefachleute wissen, dass Kinder auf bunte Verpackungen abfahren.
Machen Sie sich das Wissen der Experten zu Nutze: Verwenden Sie
bunte Dosen und farbiges Einpackpapier, bekleben Sie beides mit
Bildern oder schreiben Sie eine Nachricht oder einen Spruch darauf.
Verpacken Sie Sie das Brot als Geschenk. Natürlich nicht
jedes Mal – setzen Sie hin und wieder einen Knalleffekt.
Tipp 2: Überraschung
Packen Sie etwas in die Brotdose, womit Ihre Kleinsten nicht rechnen:
einen Brot-Käse-Rohkost-Spieß, eine kleine Spielfigur,
Käsestückchen in Stern- oder Entenform (leicht zu machen
mit Ausstechformen von Weihnachten). Es dürfen auch mal ein
Keks, ein paar Rosinen, Nüsse oder ein Stückchen Schokolade
drin liegen.
Tipp 3: Mitauswählen - Mitschnippeln
Beziehen Sie Ihr Kind beim Vorbereiten mit ein. Wer selbst ausgewählt,
geschnippelt oder geschmiert hat, hat auch mehr Spaß, das
Selbstgemachte zu essen.
Tipp 4: Öfter mal was Neues
Wechseln Sie immer wieder Belag und Brotsorte. Machen Sie mal
ein Sandwich aus Vollkorntoast, mal ein Brötchen. Bringen
Sie Farbe aufs Brot: mit Paprika- und Tomatenstückchen oder
Salatblättern. Manchmal lassen sich auch aus den Mittagessensresten
vom Vortag neue Kreationen zaubern: ein Hähnchenschlegel
oder ein Getreideburger mit selbstgemachtem Ketchup sind eine
gefragte Abwechslung. Oder lassen sie mal das Brot bei Seite und
packen Sie ein Müsli oder einen Rohkostsalat in die Kindergarten-
oder Schultasche.
Tipp 5: Drinks for Kids
Der Pausensnack rutscht mit dem passenden Drink viel besser. Außerdem
benötigt der Organismus Flüssigkeit für die Verdauung.
Am besten geeignet ist Wasser. Hin und wieder darf es mit etwas
Obstsaft (ohne Zuckerzusatz) gestreckt werden. Milch ist kein
Durstlöscher, sondern entspricht eher einer eigenen Zwischenmahlzeit.
Die so genannten Soft-Drinks machen Durst und löschen ihn
nicht – außerdem entziehen sie dem Körper Nährstoffe!
Tipp 6: Regeln statt Verbote
Hin und wieder darf ein Snack auch eine Süßigkeit sein.
Also Schokolade, Kuchen oder Kekse – auch hier gibt es Qualitätstunterschiede.
Weniger süß und fettig ist immer besser. Süßigkeiten
sollten nicht gründsätzlich verboten sein. Allerdings
sollten Sie die Kinder keinen freien Zugang zum Schoko-Vorrat
haben. Setzen Sie statt dessen Regeln. Vergeben Sie zum Beispiel
ein Wochenkontingent, das Ihr Kind sich selbst einteilen darf.
Ist der Vorrat aufgebraucht, ist für diese Woche aber Schluss!
Tipp 7: Früh übt sich
Fangen Sie möglichst früh an, Ihren Sprösslingen
Vollkornprodukte sowie Gemüse und Obst anzubieten. Bevorzugen
Sie wann immer es geht, selbst Gekochtes. Industrielle Nahrung
ist überwürzt – das beeinträchtigt die Geschmacksnerven.
Die frühen Erfahrungen mit Essen prägen sich schon beim
Säuglings fest ins Gedächtnis ein.
Tipp 8: Unnachahmlich: Der Nachahmereffekt
Kinder kopieren das Verhalten ihrer nächsten Umwelt. Das
ist wichtig für ihr Sozialverhalten. Eltern und Geschwister
spielen dabei eine entscheidende Rolle – sie sind den Kleinen
täglich am nächsten. Forscher stellen immer wieder fest,
dass gerade beim Essen das Vorbild der Eltern ausschlaggebend
für das Verhalten der Kids ist. Wenn Sie Ihren Salatteller
mit Genuss verspeisen, folgen Ihnen die Kleinen bald nach.
REZEPTE
Thunfischcreme
1 Tasse Kichererbsen über Nacht einweichen lassen und dann
weich kochen. Das Kochwasser abgießen. 1 Dose Thunfisch
einige Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Dill), 1 Prise
Salz, 1 Teelöffel Sesammus (oder 2 TL Sesamsamen), 2 bis
3 Teelöffel Zitronensaft dazu geben und alles pürieren.
Bestreichen Sie ein Vollkornbrötchen mit dem Aufstrich und
dekorieren Sie mit Tomatenscheiben und/oder Salatblättern.
Avocado-Dip
1 Avocado schälen, entkernen und in ein hohes Gefäß
geben. 1 kleiner Becher Joghurt, Saft einer halben Zitrone, 1
Prise Salz, evtl. einige Zwiebelwürfel (gibt ein würziges
Aroma) dazu geben und alles pürieren. Mit Rohkoststiften
(Karotte, Kohlrabi, Stangensellerie,…) dippen.
Selbstgemachtes Ketchup
1 kleiner Apfel
1 halbe Zwiebel
130 g Tomatenmark
je 1 Msp. Zimt, Curry und gemahlene Vanille
½ bis 1 TL Rohrohrzucker
einige Tropfen Essig zum Abrunden
Apfel schälen und entkernen, Zwiebel schälen und beides
in wenig Wasser weich dünsten. Tomatenmark in eine hohe Schüssel
geben und die Gewürze untterrühren. Apfel und Zwiebel
dazu geben und alles pürieren. In einem heiß ausgespülten
Glas aufbewahren.
Obst in Mandelkrokant
100 g gehackte Mandeln mit 2 Tl Rohrohrzucker in einer Pfanne
anrösten, anschließend abkühlen lassen. Gewürfeltes
Obst der Saison in dem Krokant wälzen. Dazu einen Naturjoghurt
mitgeben.
© leben hoch2, Ima Buxton
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