| Zucker
ist nährstoffarm, aber kalorienreich. Im Übermaß
genossen, fördert er Übergewicht und Karies. Viele Eltern
wissen um diese Gefahr und versuchen deshalb den Süßigkeitenkonsum
ihrer Kleinen einzuschränken. Sie meiden beim Einkauf Produkte,
die auf einen hohen Zuckergehalt schließen lassen.
Doch die Bewertung von Getränken, Joghurts
& Co. nach ihrem Süßegrad wird immer schwieriger.
Die Werbeaussagen der Hersteller werden immer trickreicher. Jüngstes
Beispiel ist die aktuelle Werbekampagne des Danone Konzerns für
seine „Fruchtzwerge“. Der Konzern bewirbt sein Produkt
mit der Aussage „ohne Kristallzucker“ und „mit
der Süße aus Früchten“. Das Ziel der Kampagne
liegt auf der Hand: Die „Fruchtzwerge“ sollen ein
gesünderes Image bekommen. Doch was ist dran an der gesunden
Süße? Wird hier wirklich nur über die Zugabe von
Früchten gesüßt? Und ist die „Süße
aus Früchten“ gesünder als Kristallzucker?
So süß wie Kristallzucker
Obwohl namensgebend kommen Früchte nur zu sechs Prozent im
„Fruchtzwerg“ vor. Pro Becher (50 g) sind das 3 Gramm,
was in etwa einer halben Erdbeere entspricht. Mit dieser Fruchtmenge
ließe sich der süße Geschmack kaum erzielen.
Es wird also gesüßt und zwar – laut Herstellerangaben
- mit Traubenfruchtsüße, auch Traubendicksaft genannt.
Diese „Fruchtsüße“ besteht aus Wasser,
Frucht- und Traubenzucker. Ihre gesundheitliche Wirkung unterscheidet
sich jedoch nicht wesentlich von Kristallzucker, wie der Infodienst
für Verbraucherschutz, aid, betont. Fruchtzucker steht im
Übrigen im Verdacht, stärker für die Gewichtszunahme
verantwortlich zu sein als andere Zucker.
Kaum weniger Zucker
Die Verwendung von Traubenfruchtsüße macht den „Fruchtzwerg“
auch kaum weniger süß. Enthielt ein Becher vor der
Umstellung 6,7 Gramm Zucker, liegt der Wert nun bei 6,2 Gramm,
das entspricht einem Anteil von insgesamt 12,4 Prozent. Zum Vergleich:
Der Zuckergehalt von Milch beträgt etwa 6 Prozent. Der aid
infodienst empfiehlt Eltern deshalb, auch die neuen Fruchtzwerge
als Süßigkeit zu betrachten. Als gesunde Alternative
zu der Frischkäsezubereitung schlägt der aid Naturjoghurt
mit frischem Obst vor.
Übrigens: Der österreichische Verein für Konsumenteninformation
(VKI) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Konsumentenschutz
gegen Danone Klage eingereicht. Der Verein geht davon aus, das
die Fruchtzwerge-Werbung gesunde Süße vortäuscht
und hält sie deshalb für irreführend. Bei dem Verein
ist man zwar optimistisch, was den Klageerfolg betrifft. Jedoch
dauert es erfahrungsgemäß bis zu zwei Jahre, bis die
Gerichte zu einer Entscheidung kommen.
© leben hoch2, Ima Buxton, Oktober 2005
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